Bedingungen für die Nutzung von Seemannstickets

Abwicklungsvereinbarung für die Buchung von Seemannstarifen bei IATA-Fluggesellschaften

Reisebüro Fahrenkrog Touristik & Business Travel GmbH & Co KG hat den Auftraggeber darüber informiert, dass für die Buchung und Ausstellung von Seemannstarifen gemäß der bestehenden Richtlinien der IATA Fluggesellschaften mindestens eine der folgenden Grundvoraussetzungen erfüllt sein muss:

  1. Der Reisende ist im Besitz eines "Letter of Guarantee". Die beauftragende Reederei muss hierbei auf eigenem Briefpapier bestätigen, dass der Reisende auf einem ihrer Schiff mitfährt bzw. auf dem Schiffsmanifest geführt wird.
  2. Der Reisende ist bei Reiseantritt in Besitz eines Seemannsbuches sein. Zusätzlich muss ein „Letter of Guarantee“ wie oben aufgeführt vorhanden sein.
  3. Der Reisende (Inhaber eines Seemannsbuches oder beauftragter Reisender) befindet sich auf der Reise von bzw. nach einer Ölplattform. Auch hier muß wie oben aufgeführt ein „Letter of Guarantee“ vorhanden sein.

 
Sollte keine der aufgeführten Grundvoraussetzungen erfüllt sein bzw. ist der Reisende bei Reiseantritt nicht im Besitz entsprechender Unterlagen, so ist bei Überprüfung seitens der befördernden Fluggesellschaft mit einer Nachbelastung zu rechnen.  Ebenfalls besteht die Gefahr, dass der Reisende von der Fluggesellschaft nicht befördert wird.
 
Etwaige Nachbelastungen seitens der Fluggesellschaften an das ausstellende Reisebüro, die wie zuvor beschrieben aus der Nichterfüllung der Grundvoraussetzungen für die Nutzung von Seemannstarifen entstanden sind, werden dem Auftraggeber in der jeweils anfallenden Höhe weiterbelastet. 
 
Dem Reisebüro als Auftragnehmer obliegt in keinem Falle die Überprüfung der Grundvoraussetzungen für die Inanspruchnahme dieser Tarife. Er handelt im Auftrage und übernimmt daher keine Haftung für die Richtigkeit ihm gegenüber gemachter Erklärungen. 

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Seemannstarife/Marine Tarife (Marine net fares) sind gültig für Personen, die eine Tätigkeit auf See haben, entweder auf einem Kreuzfahrtschiff, einer Yacht über 100 Tonnen und professionell durch eine Schiffs –oder Yacht Verwaltungsgesellschaft geführt, einem Forschungsschiff oder ein Schiff der Handelsmarine, Personen, die von der Regierung beauftragt werden und Marine Personal, die zu - oder von einer schwimmenden, selbstständig manövrierfähigen Ölbohrinsel reisen. In jedem Fall gilt,  Passagiere die mit einem Marine-Netto-Flugticket reisen, müssen zu/von einem Schiff, einer Yacht oder einer schwimmenden Ölbohrinsel zur Besatzung gehören. Ausgenommen sind Schiffskontrolleure und technische Mitarbeiter, die zu / von Neubauten oder Schiffen im Hafen oder Trockendocks reisen.


Berechtigte Einsatzkategorien:
a) Schiffsbesatzung / Besatzung auf schwimmenden Ölbohrinseln / Kreuzfahrtangestellte wie Friseure oder Entertainer / Schiffskontrolleure und technische Mitarbeiter, die zu/von Neubauten oder Schiffen im Hafen oder Trockendocks reisen / Ehegatten und Kinder / Jugendliche (unter 16 Jahren), die mit einem Besatzungsmitglied reisen oder zu/ von einem Schiff, wo das Besatzungsmitglied eingeschrieben / eingesetzt ist.
b) Nicht berechtigt sind allein reisende Minderjährige, Ehegatten und Kinder von Schiffskontrolleuren, technischen Mitarbeitern, Besatzung auf schwimmenden Ölbohrinseln

 

Vorgeschriebene Unterlagen:
Es liegt in der Verantwortlichkeit der Agentur sicher zu stellen, dass Berechtigungskriterien eingehalten werden und dass ihrem Kunden bewusst ist, dass Passagiere, die mit einem Seemanns-/Marine-Netto-Flugticket reisen, in der Lage sein müssen, eines der folgenden Dokumente (in Papier- oder elektronischem Format) als Beleg der Berechtigung beim Check-In vorzuweisen:
a) Eine schriftliche Bestätigung auf Original Firmenpapier der Reederei- oder Kreuzfahrtgesellschaft / der Schiffsmakler / Kreuzfahrtunternehmen  / des Kapitän des Schiffes, Besatzungs- oder Mannschaftsagentur und / oder einen Antrag auf Seemanns- Tarife, ausgestellt von einer oben genannten Stelle. In der schriftlichen Bestätigung / Antrag muss der Name des Mannschaftsmitgliedes, Reisebeginn, Name und Standort des Schiffes aufgeführt sein und muss seine Anstellungsposition an Bord bestätigen.
b) Ein von der Reederei- / Kreuzfahrtgesellschaft ausgestellte Kostenübernahmeerklärung oder von der Besatzungs-/Mannschafts- oder Personalagentur.
c) Besatzungs- ID-Karte oder ID Karte der Kreuzfahrtgesellschaft oder ein Brief, der auf Firmenpapier des Kreuzfahrtunternehmens geschrieben wurde und verifiziert, dass der Reisende als Gewerbetreibender/ Lieferant/Besatzungsmitglied im Auftrage der Kreuzfahrtgesellschaft reist.
d) Eine gültige Bescheinigung oder Lizenz ausgestellt von einem Marinesoldat oder einem
maritimen Bestandteil wie:
medizinischer Ausweis, der sich auf das ILO (internationale Arbeitsorganisation) Abkommen 147 bezieht (Mindeststandard in Handelsschiffen) / Kompetenzzertifikat/ Zertifikat eines Gefreiten / Impfpass / Überlebenszertifikat (PST oder CPSE) / Nachweis vom Gesundheitsamt für Seefahrt / Zertifikat für Bordsicherheit (SSW) / Gehaltsabrechnung (vom Schiffskapitän ausgestellt) / Zertifikat über Standardtraining / Wachdienstzertifikat.
e) Angestellte der Marine, die zu / von einer Schwimmbohrinsel reisen, welche selbständig manövrierbar ist, müssen in Besitz eines Schreibens sein, der vom Arbeitgeber oder dem Schwimmplattform- Inhaber ausgestellt wurde. In diesem Brief muss der Name und der Standort der Schwimmplattform aufgeführt sein, Reisedaten so wie auch ein Beleg dafür, dass die Plattform eine Schwimmplattform ist. Ein generelles Schreiben über Mobilmachung wird nicht als ausreichender Berechtigungsbeleg gesehen.
f) Ehepartner und Kinder (unter 16 Jahren) von Besatzungsmitgliedern müssen einen von der Reederei oder der Kreuzfahrtgesellschaft ausgestellten Brief mitführen, auf dem Name des Passagiers, Reisedatum, Name und Standort des Schiffes und den Dienstgrad des Besatzungsmitgliedes an Bord aufgeführt ist.
g) Schiffskontrolleure und technische Mitarbeiter, die zu / von Neubauten oder im Hafen liegenden Schiffen oder Trockendocks reisen, müssen einen vom Schiffsinhaber ausgestellten Brief mitführen, auf dem der Ort des Hafens, der Name des Schiffes oder des Neubaus und der Dienstgrad des Besatzungsmitglieds aufgeführt ist.
h) Die LI Steuer, die faktisch für alle Tickets mit Ursprung der Philippinen gilt, erlaubt Ausnahmen für philippinische Arbeitskräfte, von denen viele Seeleute sind. Vorausgesetzt dass es einen Nachweis für eine Ausnahmebescheinigung des Passagiers gibt (Überseebeschäftigungsnachweis oder MIAA Ausnahmebescheinigung), die von der Philippinischen Übersee-Bescheinigungs- (Dienst)behörde (Philippine Overseas Employment Administration (POEA) ) ausgestellt wurde, so ist das Ticket befreit (exempt) von der Steuer. –EXEMPT LI – sollte im Steuerfeld des Tickets ausgewiesen sein. Bitte zuordnen (beziehen auf) –Marine GDS Einträge (entries)- um LI Steuer Ausnahme zu ermöglichen. Für den Fall, dass –EXEMPT LI- nicht im Steuerfeld angezeigt wird, wird eine ADM ausgestellt, um diese einzuziehen.
h) Seeleute, die nach Brasilien, Sao Paolo (GRU) einreisen
Nach Aussage der örtlichen Behörden, müssen die Seeleute, die in Brasilien ankommen, einen Brief der Reederei bei der Einreisebehörde vorlegen. Da der Brief von den örtlichen Schifffahrtsrepräsentanten unterschrieben und in portugisisch sein muss, müssen sie bei Ankunft ggf. Ihre Fluggesellschaft kontaktieren, um den Brief in Empfang zu nehmen. Angestellte Ihrer Fluggesellschaft sind i.d.R. immer gegenwärtig beim Ausschiffen und bitten die Seepassagiere, sie zu kontaktieren und den Brief abzuholen, aber diese gehen stets direkt zu den Schaltern der Einreisebehörde.

Dadurch sind leider Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fluggesellschaft verpflichtet, diese Passagiere zum Herkunftsort zurückzusenden. Bitte erinnern sie ihre Kunden freundlichst, dass Seeleute vor der Einreise Airline-Mitarbeiter kontaktieren müssen, um den Brief abzuholen und Einreisebußgelder zu vermeiden.
Nicht berechtigt für die Nutzung von Seemanns-/Marine Netto Tarife:

  • Büroangestellte einer Reederei/Schiffsverwaltungsgesellschaft, es sei denn sie sind auf einer Schiffsbesatzungs-Liste –(manifest) aufgeführt.
  • -Öl/Petroleum Industrie Offshore Personal oder Ölbohrinselbesatzung, die zu/von einer stationären Ölbohrinsel reisen.

Man beachte! Seefahrtsbücher allein werden als Beleg für Berechtigung nicht akzeptiert!

 

Die Fluggesellschaften behalten sich das Recht vor, den Berechtigungsbeleg jeder Zeit zu überprüfen, das kann auch bedeuten, dass der Bevollmächtigte / Agent als Beweis eine Kopie der Passagier-/Besatzungsliste (Manifest) vorlegen muss. Jeder Passagier, der mit einem Seemanns-/Marine Netto Tarif reist, der bei Check-In keine dieser vorab näher beschriebenen Dokumente vorlegen kann, dem wird entweder das Boarding verweigert oder es wird eine ADM (Agency Debit Memo) für die Differenz zwischen dem ausgestelltem Tarif und der vollflexiblen Y-Klasse für die gereiste Strecke ausgestellt.